Wir sind die Arbeits-Gruppe (AG) Barrierearme Verwaltung aus dem Netzwerk Antidiskriminierung.
Wir haben eine Postkarte gemacht. Die Postkarte macht aufmerksam auf Leichte Sprache und Einfache Sprache.
So sieht die Postkarte aus:


Merkmale von Einfacher und Leichter Sprache
Einfache und Leichte Sprache helfen Menschen Texte und Sprache schnell und besser zu verstehen. Einfache und Leichte Sprache hilft auch Menschen, die nicht so gut lesen können. Einfache und Leichte Sprache haben unterschiedliche Regeln, Geschichten und Zielgruppen.
Leichte Sprache
Einige Regeln:
- 6-10 Wörter pro Satz
- 1 Satz pro Zeile
- Subjekt – Prädikat – Objekt Reihenfolge, zum Beispiel: Maria wäscht die Kirschen
- Es werden nur einfache Wörter verwendet
- Schwierige Wörter müssen erklärt werden
- Die Texte müssen geprüft werden
- Es gibt Regeln für das Layout, z.B. eine große und gut lesbare Schrift-Art
- Leichte Sprache verwendet häufig gezeichnete Bilder neben, über oder unter dem Text.
Beispielhafter Ausschnitt in Leichter Sprache aus einem Heft des Landkreises Göttingen, Bild von der Lebenshilfe Bremen:

Die Regeln für Leichte Sprache sind viel strenger als die Regeln für Einfache Sprache. Unter diesem Link finden Sie einen Ratgeber zu den Regeln von Leichter Sprache.
Geschichte der Leichten Sprache: Die Leichte Sprache wurde für und mit Menschen mit Lernschwierigkeiten entwickelt. Menschen mit Lernschwierigkeiten sind die Hauptzielgruppe von Leichter Sprache.
Die Leichte Sprache bewegt sich auf den Sprachlern-Stufen A1 und A2.
Einfache Sprache
Einige Regeln:
- circa 10 bis 20 Wörter pro Satz
- Nebensätze sind erlaubt. Am besten nur 1 Nebensatz pro Satz.
- Möglichst aktive Formulierungen
- Keine Substantivierungen
- Klar, verständlich und konkret Formulieren
Je nach Zielgruppe kann Einfache Sprache mehr wie Standard-Sprache oder mehr wie Leichte Sprache aussehen. Ein Flyer aus dem Fachbereich Jugend ist wahrscheinlich einfacher formuliert als ein Rechnungsbericht für die Politiker*innen im Kreistag oder im Rat der Stadt.
Andere Namen für Einfache Sprache sind verständliche Sprache oder bürgernahe Sprache. Die Einfache Sprache sollte auf den Sprachlern-Stufen A2 bis B1 liegen.
Standard-Sprache, Fach-Sprache und Verwaltungs-Sprache
Standard Sprache bewegt sich ungefähr auf der Sprachlern-Stufe B2 bis C1. Fach-Sprache bewegt sich etwa auf dem Niveau C1 bis C2. Verwaltungs-Sprache befindet sich in der Regel auf den Stufen C1 bis C2. C1 und C2 sind die anspruchsvollsten und höchsten Stufen.
Sie möchten an der Aktion teilnehmen?
Sie können Postkarten bestellen und diese dann zum Beispiel als Gruppe zusammen ausfüllen. Anschließend schicken Sie die Postkarten zum Beispiel an eine Verwaltungs-Stelle oder eine Firma. Damit sagen Sie: von Ihnen wünsche ich mir mehr verständliche Sprache.
Sie können die Postkarten im Rathaus der Stadt Göttingen abholen. Bitte rufen Sie vorher an. Oder schreiben Sie der Antidiskriminierungsstelle im Gleichstellungsbüro Stadt eine Nachricht:
- antidiskriminierungsarbeit@goettingen.de
- 05 51 400 – 39 78
Sie haben eine Postkarte bekommen. Was können Sie machen?
Sie können lernen selbst verständlicher zu schreiben. Sie können lernen verständlicher zu sprechen. Es gibt Workshops, die Sie dafür besuchen können.
Sie können Texte in Einfache oder Leichte Sprache übersetzen lassen. Dafür können sie zum Beispiel Büros für Leichte Sprache beauftragen.
Wahrscheinlich werden Sie einige Vorteile von verständlicher (Verwaltungs-)Sprache feststellen.
- Es gibt weniger Nachfragen
- Bürger*innen können öfter, schneller und besser auf Ihre Briefe reagieren
- Verwaltungsverfahren können schneller erledigt werden
- Das Vertrauen in Ihre Abteilung oder die Verwaltung allgemein steigt
Mitarbeiter*innen des Landkreises Göttingen können sich dafür an folgende Kolleg*in wenden:
- koehne@landkreisgoettingen.de,
- Tel. 05 51 525 – 35 45
Mitarbeiter*innen der Stadt Göttingen können sich dafür an folgende Adresse wenden:
- antidiskriminierungsarbeit@goettingen.de
- 05 51 400 – 3978
Die Idee zur Postkarte
Die Inspiration für die Karte kam vom Büro für Leichte Sprache Würzburg. https://www.lebenshilfe-wuerzburg.de/leichte-sprache-buero.
Herzlichen Dank.
Was macht die AG Barrierearme Verwaltung im Allgemeinen?
In der Arbeitsgruppe (AG) Barrierearme Verwaltung setzen sich für weniger Barrieren in der Verwaltung ein. Verwaltung, das ist zum Beispiel die Verwaltung der Stadt Göttingen oder der Landkreis Göttingen oder die Verwaltung von anderen Orten.
Mögliche Barrieren in der Verwaltung sind:
- Die verschiedenen Abteilungen der Verwaltung können telefonisch nicht erreicht werden.
- Manche Blinde und Sehbehinderte finden E-Mails besser als Briefe, weil Computerprogramme dann den Text vorlesen können. Die Verwaltung schickt aber keine E-Mails.
- Menschen im Rollstuhl können Veranstaltungen oder Termine in der Verwaltung nicht besuchen, weil es eine Treppe gibt und keine Rampe und keinen Fahrstuhl.
- Ältere Menschen verstehen die digitale Termin-Vereinbarung nicht.
- Menschen verstehen Regeln und Gesetze nicht, weil sie in schwieriger Sprache erklärt werden.
- Gehörlose Menschen können nicht mit der Verwaltung sprechen, wenn die Mitarbeiter*innen keine Gebärdensprache sprechen und es auch keine Dolmetscher*innen gibt.
Wer macht in der AG mit?
- Mitarbeiter*innen des Landkreises Göttingen, zum Beispiel die Antidiskriminierungsstelle / Landkreis Göttingen
- Mitarbeiter*innen der Stadt Göttingen, zum Beispiel die Antidiskriminierungsstelle – Gleichstellungsbüro
- my.worX: Berufliche Rehabilitation und Teilhabe am Arbeitsleben
- Büro für Leichte Sprache in Göttingen gestartet – Albert-Schweitzer-Familienwerk e.V.
- Ver.di
- Harz-Weser-Werke – Harz Weser Werke
- KIAS – Koordinierungsstelle für Inklusive Arbeit in Südniedersachsen | AWO Göttingen – Northeim
- …und Weitere
Sie wollen auch bei der AG mitmachen? Wenden Sie sich gerne an oben genannte Telefonnummern und E-Mailadressen.
Was ist das Netzwerk Antidiskriminierung?
Die AG Barrierearme Verwaltung gehört zum Netzwerk Antidiskriminierung. Das Netzwerk Antidiskriminierung sind Menschen aus 80 Organisationen in Stadt und Landkreis Göttingen. Das Netzwerk setzt sich ein für Gleichbehandlung und gegen Diskriminierung. Diskriminierung bedeutet: Ein Mensch wird schlechter behandelt oder benachteiligt. Zum Beispiel wegen einer Behinderung, der Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder des Alters. Das Netzwerk möchte, dass alle Menschen fair behandelt werden. Dafür tauschen sich die Organisationen aus und unterstützen gemeinsame Projekte.
